Sabbatical

Über die Idee eine Auszeit zu nehmen haben wir schon vor ca. zwei Jahren das erste Mal gesprochen. Letztes Jahr wurden unsere Pläne dann konkreter und wir haben das Datum für unsere Auszeit festgelegt. Zunächst hatten wir – aufgrund beruflicher Überlegungen – die Monate Mai, Juni und Juli ins Auge gefasst. Dann wären wir perspektivisch auch eher nach Süden gefahren, vielleicht zunächst am Main entlang um dann über das Altmühltal an die Donau zu gelangen. Entlang der Donau wären wir dann auf dem EV6 (genau den sind wir in Frankreich ja auch von Basel bis zum Atlantik gefolgt) bis nach Wien und vielleicht sogar noch weiter bis nach Budapest geradelt. Da es aber beruflich auch möglich war das Sabbatical in den Monaten Juni, Juli und August zu nehmen, ist die Entscheidung gefallen nach Norden zu fahren. Und wenn schon nach Norden, warum dann nicht soweit nach Norden wie es geht. Also bis zum (vermeintlich) nördlichsten Punkt des Europäischen Kontinents, dem Nordkap. Schon auf unserer Reise im Jahr 2014 waren wir am Nordkap und auch am noch ca. 1 km weiter nördlich liegenden, tatsächlich nördlichsten Punkt, dem Knivskjellodden.

„Ihr wollt mit dem Fahrrad zum Nordkap – Wieso?“ werde ich von meinen Kollegen und Geschäftspartnern häufig gefragt. Nur wenige finden die Idee gut, ein oder zweimal habe ich sogar ein „boah, was für eine grandiose Idee!“ gehört. Aber die „warum tut ihr euch das an – auch noch mit Zelt“ Stimmen haben bei weitem überwogen. Tja, warum haben wir uns das vorgenommen? „Weil wir es können“ habe ich dem einen oder anderen Kollegen trotzig geantwortet. Viel besser wäre es gewesen zu sagen „Weil wir es wollen und Spaß dabei haben werden!“. Denn das haben wir uns fest vorgenommen: Spaß zu haben!

„Und wie viele Kilometer sind das dann insgesamt?“ war dann die nächste Frage von Interessierten. Insgesamt werden es wohl über 4.500 Kilometer werden, vielleicht sogar noch mehr, je nachdem wie gut wir voran kommen und wieviel Zeit wir nach dem erreichen des Nordkap noch haben. Auf unserer Tour durch Frankreich im letzten Jahr haben wir das mit dem Spaß schon einmal geübt. Das Wetter war ja eher durchmischt, es hat viel geregnet und wir haben daher etwas öfter in Unterkünften übernachtet als ursprünglich geplant. Obwohl, geplant hatten wir eigentlich hauptsächlich die Tagesetappen. Die endeten zwar immer an einem Campingplatz, aber die Option einer festen Unterkunft war in Frankreich immer gegeben. In Dänemark, Norwegen und Finnland könnte das anders sein. Zwar habe ich die Tagesetappen inzwischen auch alle geplant und dabei auch immer versucht die Etappe an einem Campingplatz enden zu lassen. Da ich die Etappen aber etwas kürzer geplant habe als für Frankreich, und es gerade weiter im Norden nicht so viele Campingplätze gibt, war das nicht immer möglich.

„Und ihr wollt wirklich im Zelt übernachten?“ Ja, warum denn nicht? Das wird dann unser inzwischen dritter Urlaub mit dem Zelt und nach ein paar Tagen stellt sich da eine gewisse Routine ein, vor allem wenn wir auf Campingplätzen übernachten. Da wir neue Isomatten haben – die alten sind ja in Frankreich kaputt gegangen und wir haben von Globetrotter Ersatz bekommen – werden wir hoffentlich gut schlafen. Wir werden aber auch die Shelter in Dänemark ausprobieren und das eine oder andere Mal bleibt uns nichts anderes übrig als wild zu Campen.


„Glück ist eine Kontrasterfahrung“

(Aus der Glücksforschung – keine Ahnung von wem)


Für die Reise haben wir unsere Ausrüstung ein wenig „aufgestockt“. Wir werden unseren kleinen Kocher mitnehmen und haben dafür einen Topf und zwei Essschalen gekauft. Außerdem haben wir einen Wassersack gekauft um in der Wildnis genug Wasser zu haben um zu kochen und uns ein wenig zu waschen. Um die zusätzlichen Ausrüstungsgestände auch transportieren zu können, benötigen wir auch neue Taschen. Sabine hat sich für das Panier Rack von Tailfin mit dem CargoPack Top Bag und zwei Mini Panniers entschieden. Das CargoPack Top Bag ersetzt ihr Apidura Saddle Pack und bietet vielleicht sogar etwas mehr Platz. Ich habe mich für das Ortlieb Quick Rack mit den Gravel Pack Taschen mit dem QL3.1 System entscheiden, mein Apidura Saddle Pack werde ich wahrscheinlich weiter nutzen. Mit diesen zusätzlichen Taschen werden wir hoffentlich ausreichend Platz für alles haben, was wir mitnehmen möchten oder müssen. In den nächsten Wochen werden wir mal alles „Probepacken“ und vielleicht auch eine kleine Probetour machen.

„Das habe ich noch nie vorher versucht. Also bin ich völlig sicher, dass ich das schaffe.“

(Pippi Langstrumpf)

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