
Ungewöhnlich früh, um 9:13 Uhr startet die Aufzeichnung am Wahoo. Das könnte ein neuer Rekord sein und das wo ich heute morgen nicht „in die Gänge“ gekommen bin. (Haha, Radfahrer Witz…). Ich drücke 2x die Schlummertaste am Handy-Wecker und Sabine ist schon angezogen als ich endlich aus dem Schlafsack krabble. Und bis ich dann angezogen bin hat Sabine schon Kaffee gekocht, Frühstück gemacht und ihr Rad ist auch schon fast fertig gepackt. Sie kann es wohl kaum erwarten unsere letzte Radetappe hinter sich zu bringen und in Klaipeda eine schicke Unterkunft zu haben.
Wir verlassen diesen völlig überfüllten Campingplatz (Ironie) und machen uns auf den Weg zu Land Nummer 6 auf unserer Reise. Wir fahren bei bestem Wetter zur Entspannung erst einmal ca. 10 km Schotterstraße (mehr Ironie) und werden dabei mächtig durchgeschüttelt von den „Rippeln“. Es ist wenig los, nur ein paar Autos überholen uns bzw. kommen uns entgegen und jedes Mal verschwinden wir für einige Minuten in einer Staubwolke.




Nach 10 km Schotterstraße freuen wir uns fast auf den glatten Asphalt auf der gefürchteten A11. Sabine tritt kräftig in die Pedale, vielleicht haben wir auch ein bisschen Rückenwind, auf jeden Fall fahren wir sehr konstant mit über 22 km/h. So würden wir die knapp 20 km in unter einer Stunde schaffen. Nach 10 km machen wir aber wie jeden Tag unsere 20 km Pause. In einem Waldweg stehend lassen wir den Verkehr auf der A11 vorbei rauschen. Wie auf dem Bild zu sehen ist, ist der aber nicht ganz so schlimm.

Ca. bei Kilometer 33 erreichen wir die Grenze zu Litauen – Land Nummer 6 auf unserer Reise. Da an der Grenze kontrolliert wird, machen wir erst einmal ein paar Fotos und trinken dann noch einen Kaffee im Grenzlokal. Bis wir weiter fahren, sind die Kontrollen vorbei und wir können mit unseren aus Finnland geschmuggelten Porridge Tütchen die Grenze ohne Kontrolle passieren.



Der A11 müssen wir noch ein paar Kilometer folgen. Leider ist der Zustand der Straße auf dieser Seite der Grenze nicht mehr ganz so gut. In Lettland wurde sie mit EU Geldern wohl erst vor kurzem saniert.
Nach weiteren 4 km haben wir es geschafft! Wir verlassen die A11 und biegen, der offiziellen Radweg-Beschilderung folgend, auf eine Schotterpiste ab, die sich bald als Sandweg weiter entwickelt. Zum Glück ist es nur ein kurzes Stück, dann geht es erst durch eine Hotel-Anlage und dann durch einen Ferien-Park hindurch. Da wir inzwischen die 40 km Marke überschritten haben ist es Zeit für unsere Mittagspause. Bei „Energetikas“ gibt es Bänke im Schatten die dafür perfekt geeignet sind.





Nach der Pause geht es jetzt bis Klaipeda auf Radwegen weiter. Unser nächstes Ziel ist ein Supermarkt in Palanga. Die Stadt ist ein so typischer Touri-Ort, wir fühlen uns an die französische Mittelmeer Küste versetzt. Nur das wir hier die Schilder nicht lesen können und die Sprache nicht verstehen. Im Supermarkt gibt es – ihr ahnt es – für jeden ein Karum und zur Feier des Tages noch ein Eis. Wir lassen es uns also richtig gut gehen.










Kurz vor Klaipeda ist der Radweg plötzlich unterbrochen. Hier wird scheinbar der Veranstaltungsort „Vasaros Koncertu Estrada“ renoviert. In Riga gibt es im Mežaparks auch eine große Freilichtbühne – ich denke das soll hier ähnlich werden. Wir schlagen uns durch den Wald und suchen uns dann einen Weg durch die Stadt zu unserer Unterkunft.
Die Wohnung liegt im zweiten Stock unter dem Dach und unten im Erdgeschoss ist ein Chinesisches Restaurant. Wir laden das Gepäck von den Rädern und bringen die Taschen nach oben. Auch die Räder trage ich die Steile Treppe nach oben – mal sehen, ob ich sie auch wieder unfallfrei nach unten bekomme…




Als wir geduscht sind und die erste Waschmaschine läuft, machen wir uns auf eine kleine Entdeckungstour durch die Altstadt. Dabei kommen wir auch am Ännchen von Tharau vorbei. Außerdem schauen wir nach einem Restaurant, in dem wir heute Abend etwas leckeres zum Essen bekommen. Heute bleibt die Küche kalt, heute gehen wir in den…

Fahrt ihr mit der Fähre weiter? Wir fahren heute Abend los in Urlaub. Mara guckt nach Opa, der ist nun doch nicht in Reha, die ist wegen seinem Pflegegrad abgesagt worden. Ich hab mein Laptop dabei und werde euch weiter (ver) folgen…
beim Lesen der Geschichte des Ännchen von Tharau musste ich gleich an eine schwarze Witwe denken… 😉