
Nachdem wir uns in der Stadt noch bei einer Bäckerei ein paar Leckereien besorgt haben – Kaffee hatten wir schon in der Unterkunft – geht es entspannt auf einem Radweg aus der Stadt raus. In den südlichen Stadteilen stehen ein paar schicke Villen. Für unser Frühstück biegen wir Richtung Strand ab und finden dort noch größere Villen, die uns leider den Zugang zum Strand versperren. Irgendwie habe ich aber kein Foto an der Stelle gemacht…
Besonders beeindruckend finde ich ja die Blockbohlen-Häuser. Hier ein besonders schönes Exemplar.



Was mich immer wieder fasziniert, sind die großen Felder. Das erste Mal habe ich das im Osten von Deutschland so gesehen.

Um der großen und stark befahrenen Hauptverbindungsstraße zwischen Tallinn und Riga auszuweichen, habe ich eine Route geplant die erst durch das Hinterland und dann näher an der Ostseeküste entlang führt. So können wir die Landschaft genießen ohne den Stress durch LKWs und zu eng überholende Autos.





Die Grenze ist vollkommen unspektakulär. Es wehen (wenn Wind da wäre) die beiden Landesflaggen und es steht ein großes Schild auf der Lettischen Seite. Rot-Weiß-Rot ist übrigens die Landesflagge und natürlich ist das Schild ein beliebter Foto-Punkt. Der Italiener Andrea macht für uns ein paar Fotos und dann verabschieden wir uns voneinander. Er hat vor weiter auf der großen Straße zu fahren, für uns geht es weiter durch das Hinterland.

Nach dem Grenzübertritt geht’s erst einmal in den kleinen Supermarkt im Ort. Der erste in Lettland und wir sind schon ganz gespannt was es da wohl Neues zu entdecken gibt. Viel ist das allerdings nicht, denn der Markt ist wirklich klein. Aber wenn bei uns eine Schraube locker wäre, dann würden wir hier Ersatz bekommen. Nachdem wir unsere Einkäufe in den Bäuchen und Taschen verstaut haben, nehmen wir die letzten ca. 20 km in Angriff.
Erst geht es sehr gerade, aber mit stetiger, leichter Steigung über eine Landstraße, dann biegen wir ab, und von da an geht es über Schotterstraßen. Diese sind Mal besser und Mal schlechter. Aber es geht durch den Wald, es ist ruhig und es gibt kein Stress mit Autos.



Am Campingplatz angekommen können wir uns erst nicht für einen Platz entscheiden. Er sollte möglichst eben sein und nicht zu weit entfernt von WC (für Nachts) und Küche sein. Außerdem wäre es gut, wenn das Zelt am nächsten Morgen in der Sonne steht, damit es trocknen kann. Aber zu nah am Fluss ist auch nicht gut…

Das Zelt steht! Wir lassen das Außenzelt erst einmal weg, damit sich nicht wieder so viele Fliegen zwischen Innen- und Außenzelt versammeln. Die blöden Fluginsekten machen immer Geräusche wenn sie versuchen wegzufliegen und dabei gegen das Außenzelt stoßen. Dann hört es sich so an, als würde es regnen.
Der Platz ist eigentlich ganz schön. Die Lage direkt an einem Flüsschen ist toll. Er ist weitläufig und hat einen schönen Bewuchs. Aber leider kümmert sich der Besitzer nicht. Es gibt vier „Bäder“ mit Duschkabine und einem Porta Potti WC. Zwei davon sind voll und als der Besitzer mit einem neueren BMW SUV zum kassieren kommt (30€!) und wir ihn darauf hinweisen scheint ihn das nicht zu interessieren. Ohne auch nur einen Blick in die Bäder zu werfen, oder die vollen Mülleimer zu leeren, verschwindet er wieder. Dieser Campingplatz landet in unserem Ranking der schlimmsten Plätze auf jeden Fall auf einem der vorderen Plätze!
Geduscht und den Grad an Verschmutzung in der Küche so gut es geht ignorierend, kochen wir uns ein leckeres Abendessen. Einen gebratenen Storch gibt es aber nicht. Es stolzieren zwar ein paar Störche über den Platz und auch wenn es so aussieht, so nah kommen sie dann doch nicht zu uns…

Gegessen wird in dem Unterstand mit dem Mückenschutz.
