Die Nacht war kurz, es war warm in der Wohnung und das Fenster konnten wir nicht aufmachen weil die Straße so laut ist. Dann hatte ich auch noch RLS. Insgesamt habe ich vielleicht 5h geschlafen obwohl ich wusste, dass wir heute etwas über 100 km fahren müssen. Sabine hat auch schlecht geschlafen, aber sicher zwei Stunden mehr als ich.
Der Wecker klingelt wie immer um 7 Uhr und ich gönne mir heute morgen eine Dusche. Vielleicht hilft ja das kalte Wasser mich wach zu machen. Den Kaffee mache ich heute etwas stärker. Ich denke, das können wir beide gut gebrauchen. Um 8:41 Uhr starte ich die Aufzeichnung an meinem Wahoo. Es dauert halt immer bis wir gefrühstückt haben, angezogen sind, alles in die Taschen gepackt haben und die Taschen an den Rädern sind. Heute mussten wir zum Glück kein Zelt abbauen, dafür aber die Räder aus dem ersten Stock runter tragen.

Da die Radwege in Riga so gut sind, kommen wir ohne Probleme aus der Stadt raus. Durch die Vororte und bis zu den Strandorten verläuft ein teilweise nagelneuer Radweg und so gleiten wir auf glattem Asphalt im Schatten von Bäumen fast bis bis Jūrmala.

Dort machen wir unsere 20 km Pause und kaufen noch ein paar Lebensmittel ein. Laut Google gibt es auf unserem Weg nicht mehr so viele Lebensmittel-Geschäfte.
Ab Kaugurciems geht es leider ohne Radweg auf der P128 weiter. Bis auf wenige Ausnahmen sind die Autofahrer heute aber rücksichtsvoll und überholen mit ausreichend Abstand.


Kurz hinter Ragaciems biegen wir in den Wald ab und schlagen uns bis zum Strand durch. Der Weg ist teilweise sehr sandig und wir können nur schieben. Dafür werden wir mit einem tollen Mittagspausenplatz belohnt.


Nach der Pause fahren wir auf dem Strand weiter. Der Sand ist fest und es lässt sich gut fahren, bis uns der Gegenwind zu stark wird und wir uns wieder durch den Dünenwald zurück auf die Straße kämpfen.

Auf dem Strandbild sieht es nicht so aus, aber keine halbe Stunde später müssen wir unsere Regenjacken anziehen. Zum Glück ist es warmer Regen und er hört auch bald wieder auf.
Wir fahren weiter auf der P128, rechts und links ist Wald und die Straße will gefühlt kein Ende nehmen.


In Abragciems fahren wir auf den Campingplatz. Ursprünglich wollten wir hier übernachten, haben uns dann aber doch für die längere Strecke entschieden, damit wir morgen evtl. ein paar Kilometer weniger haben. Wir essen noch ein Käsebrot und ein Tuppla, dann nehmen wir die letzten 20 km in Angriff.
Kurz vor dem Campingplatz gibt es einen kleinen Supermarkt. Dort kaufen wir noch eine Tomate und eine Avocado für unser Abendessen und Wasser für heute Abend und morgen ein. Das Wasser hier ist zwar sauber und trinkbar, aber es enthält sehr viele Mineralien und schmeckt fast so wie das Wasser aus den Heilquellen in Bad Soden – nur nicht ganz so intensiv.
Der Campingplatz war eine gute Wahl! Obwohl es voll ist – auf dem größeren Platz in Abragciems ist wohl eine Feier und viele Gäste wurden abgewiesen und sind hierher gekommen – ist alles sehr sauber.