Train-Packing

Platz 101 & 102

Die Nacht war kurz, ich konnte nicht einschlafen. Das Gedankenkarussell hat sich gedreht obwohl – oder vielleicht gerade weil – wir gestern noch einmal die Ausrüstung durchgegangen sind. Um 2:37 Uhr bin ich dann aufgestanden um in den Keller zu gehen. Mir war eingefallen, dass ich die Cleeds und die Cleed-Aufnahme an der Pedalen noch tauschen wollte. Getauscht habe ich sie um die Uhrzeit dann natürlich nicht, aber ich habe die Teile zusammen gesucht und eingepackt…

Als dann um 6 Uhr endlich der Wecker klingelt war ich gerade noch einmal weggedämmert. Sabine hat wohl besser geschlafen und freute sich über das perfekte Radfahrwetter – die Sonne schien und es war nicht zu frisch obwohl es ja noch früher Morgen war. Wie heißt es so schön: „Eine Dusche und eine Rasur ersetzen zwei Stunden Schlaf“. Also erst einmal frisch machen und dann rein in die Randklamotten. Der Kaffee hilft zusätzlich die Geister der Nacht zu vertreiben und die Lebensgeister zurück zu holen.

Nachdem wir die letzten Arbeiten im Haushalt erledigt haben – Kaffeemaschine sauber machen, Tassen spülen, Müll entsorgen – sind wir „ready to rumble“. Als wir die seit vorgestern fertig gepackten Räder auf die Terrasse schieben kommen auch schon unsere Nachbarn um uns zu verabschieden. Es wird kurz sentimental, immerhin sind wir jetzt 3 Monate unterwegs. Wir sind froh ein so gutes Verhältnis zu allen unseren Nachbarn zu haben! Von den anderen hatten wir uns am Vorabend schon verabschiedet.

Das beladene Rad ist zuerst ungewohnt, aber nach Frankfurt haben wir keine Steigung zu bewältigen und ausreichend Zeitpuffer bis unser Zug in Frankfurt Süd fährt haben wir auch. Auf dem Weg begegnet uns noch eine Bekannte die mit dem Rad auf dem Weg zur Arbeit ist. In Frankfurt wurde der Radweg voller, es sind doch erstaunlich viele Menschen mit dem Rad unterwegs zur Arbeit. Auf der Schweizer Straße erleben wir ein letztes Mal wie Radwege in der Innenstadt NICHT sein sollten: mit strichen zwischen Straßenbahn Schienen und parkenden Autos. Nachdem das erste Auto mit gefühlt 30cm Abstand anstelle der vorgeschriebenen 1.5m an mir vorbei fährt, fahre ich mitten auf der Straße. Das Auto steht dann an der nächsten Ampel natürlich wieder vor uns… Wir kommen ohne Zwischenfälle und mit großem Zeitpuffer am Südbahnhof an. Jetzt noch die Räder die Treppe hoch tragen – einen Aufzug gibt es nicht – Barrierefreiheit geht anders.

Der ICE kann kommen!

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.