Zwei erlebnisreiche Tage liegen hinter uns. Aber der Reihe nach. Noch am Pausentag hat sich Sabine den Shelter am Leuchtturm von Lodbjerg als nächstes Übernachtungsziel rausgesucht. Mein Einwand, dass es dann eine Strecke von über 100 Kilometern sein wird, hat Sabine mit einem: „das schaffen wir schon“ weg gewischt. Also gut, dann müssen wir wieder früh aufstehen…
Um kurz vor 8 sitzen wir auf den gepackten Rädern. Schnell noch die Keycard an der Rezeption abgegeben und los geht es zum Bäcker. Auch den hat Sabine am Vortag schon recherchiert. Gut gestärkt mit einem Kaffee und einer Zimtschnecke im Bauch geht es weiter. Brot und Käse haben wir auch gleich für die erste Pause mitgenommen.

In Thorsminde haben wir die Thorsminde Havn fisk & Røgeri als Ziel für die Mittagspause gefunden. Dort gibt es einen stärkenden Mittags-Snack.

Unsere Strecke führt heute oft neben der schnurgeraden Straße auf einem Radweg entlang. Mit dem leichten Rückenwind kommen wir gut voran. Dann kommt aber ein Stück auf dem Dünenweg, der ist an manchen Stellen total versandet und uns bleibt nichts übrig als die Räder zu schieben. Einen schweißtreibende Angelegenheit, ist es inzwischen doch recht Warm geworden.

Der Wettergott ist uns heute wohlgesonnen und wir kommen an ein paar sehr schönen Kirchen und Leuchttürmen vorbei.




Ganz zufällig haben wir das „TUSKÆR, Kulinarisk Kunst- og Kulturcenter“ entdeckt weil Sabine eine Toilette brauche. Die Zeit dort auch einen Kaffee zu trinken haben wir uns noch genommen, bevor es wieder zum Kilometerfressen auf einen schnurgeraden Radweg geht.
Hier noch ein paar Impressionen vom Shelter :


Tatsächlich Geschafft! Am Ende waren es dann 116 Kilometer.

Am nächsten Morgen lassen wir es etwas gemütlicher angehen. Inzwischen haben wir schon eine gewisse Routine. Erst Kaffee kochen und Frühstücken. Dann alles einpacken. Was in welche Tasche kommt wissen wir jetzt, dann alle Taschen ans Rad.


Wir machen noch kurz halt am Leuchtturm um auf die Toilette zu gehen. Das Café hat noch zu, aber die Freiwilligen, die das Café betreiben sind schon da und wir haben einen sehr netten Plausch mit einem dänischen Paar.
Unsere Route führt uns zunächst ein Stück weg von der Küste. Am Himmel zieht eine bedrohliche, dunkle Wolke auf. Das verheißt nichts gutes. Und tatsächlich fängt es bald an zu regnen. Zum Glück sind wir gerade in einem Dorf als es so richtig anfängt zu schütten. Ein Däne sieht uns Zuflucht unter dem Vordach seines Nachbarn suchen und ruft uns zu sich in seine Garage. Dort warten wir bis das schlimmste vorbei ist und es nur noch „tröpfelt“.
Der Nationalpark Thy ist ein ausgedehntes Waldgebiet. Auf schönen Wegen geht es durch den Wald. Leider steht auf den Wegen immer noch das Wasser und dann hat Sabine zu allem Überfluss auch noch mitten im Wald einen Platten.

Kurz vorher hat Sabine noch eine andere Radreisende getroffen und scheinbar sind beide durch irgendwas durchgefahren, denn die andere Radfahrerin hatte auch einen Platten. Der Platten an sich war auch kein Problem. Wir haben jeder einen Ersatzschlauch dabei und der Schlauch war schnell gewechselt. Dann wollte aber die Steckachse sich nicht wieder reinschrauben lassen. Das Gewinde war „vermurkst“. Zum Glück habe ich mein Allzwecktool mit Feile dabei. Irgendwann ließ sich die Achse dann wieder ohne Kraftaufwand ins Gewinde drehen und es konnte weiter gehen. Aber es war klar, dass wir die Strecke heute kürzen müssen. Zum Glück gibt es in Dänemark alle paar Kilometer einen Shelter und schnell war die Route in einer Pause angepasst.
Wir hatten heute noch zwei weitere sehr nette Begegnungen mit Menschen – davon schreibe ich aber ein anderes Mal. Jetzt muss ich schlafen 🥱
