Was für ein Faulenzertag!
Wir haben für unsere Verhältnisse lange geschlafen, sind aber trotzdem zu früh für das Frühstück um 8 Uhr. Ja genau richtig gelesen, wir haben uns den Luxus gegönnt und das Frühstücksbuffet gebucht. Schon komisch, wie selbstverständlich man die Annehmlichkeiten wie ein festes Dach über dem Kopf, ein Bett mit Daunendecke in der Nacht und das Frühstücksbuffet am Morgen annimmt. Allerdings ist uns durchaus bewusst, dass wir es gut haben und uns diesen Luxus leisten können. Wir haben einige Radreisende auf dem Weg zum Nordkap getroffen, die trotz des schlechten Wetters fast ausschließlich Wild Campen und nur maximal einmal pro Woche auf einen Campingplatz gehen, weil sie sich die Reise anders nicht leisten könnten.
Wir nutzen das Frühstücksbuffet voll aus und bleiben auf unserem Platz vor dem großen Fenster (hier geht es zur Website mit Bildern) einfach sitzen. Sabine malt, ich schreibe den Beitrag zum Tag 33 im Blog und plane unsere nächsten Etappen bis Bodø neu. Wie schon Helmut von Moltke d.Ä. sagte: „Kein Plan überlebt die erste Feindberührung.“ (frei zitiert). Unser „Feind“ ist die Abfahrtszeit der Fähre nach Tjøtta. Die geht morgen um 10:00 oder um 14:45 Uhr. Die frühe Abfahrtszeit schaffen wir nicht, Frühstück gibt es ja erst ab 8 Uhr. Also nehmen wir die spätere Fähre, sind dann aber erst um 15:45 Uhr in Tjøtta. Es ist zwar lange hell, aber der übernächste Campingplatz ist uns doch zu weit weg. Nach der Fähre sind es deshalb nur noch knapp 30 km. Auf Vega kommen nochmal ca. 30 km dazu, wir möchten auf dem Weg zum Anleger noch zum Vega Verdensarvsenter.
Nachdem Sabine ihr Aquarell fertig gestellt hat, kommt sie auf die Idee, wir könnten ja noch in die Sauna gehen. Ich zögere noch ein wenig aufgrund des Preises (220 NOK p.P. pro Stunde), lasse mich dann aber doch überzeugen. Was soll ich sagen, die Sauna tut unglaublich gut und das Mittagsschläfchen danach auch 😉
Zum Abendessen haben wir uns mit Jan und Marit aus Holland verabredet. Auch die beiden sind mit ihren Rädern auf dem Weg zum Nordkap und fahren morgen weiter. Sie nehmen aber die frühe Fähre und haben dann einen fast uneinholbaren Vorsprung. Es ist ein sehr entspanntes gemeinsames Abendessen bei dem wir uns über unsere Reisen austauschen und über Gott und die Welt reden.
Während ich den Beitrag schreibe, weht draußen ein heftiger Wind und sorgt für ordentlich Lärm rund um unser Häuschen. Ich hoffe der Wind hat sich bis morgen früh ausgetobt, da sind ein paar kräftige Böen dabei und die möchte ich nicht beim Radfahren abbekommen.
Gute Nacht!
