
Oder wie aus geplanten 70 KM auf einmal 99 wurden.
Der Tag beginnt um 6 Uhr. Nicht weil der Wecker klingelt, sondern weil ich wach werde. Liegt wohl daran, dass wir uns gestern um 21 Uhr die Äuglein zu gemacht haben. Jetzt erst einmal einen Kaffee kochen, wir haben ja alles dabei. Aber wie viele Löffel Kaffee nehmen wir jetzt für unsere French-Press? Versuchen wir es heute mit zwei und morgen nehmen wir dann drei.

Mit dem Einräumen und Zelt-Abbau können wir uns Zeit lassen, die Rezeption bei der wir Gebäck zum Frühstück bestellt haben, macht erst um 8 Uhr auf. Als gute deutsche stehen weiter kurz nach 8 Uhr mit den fertig gepackten Rädern an der Rezeption und lassen uns ein „Kanel-Snurer“ und ein kleines Plunder mit Vanille Creme schmecken.

Bevor wir auf die Grenzroute kommen müssen wir erst einmal durch das Industriegebiet von Padborg. Die Route entschädigt für ein paar Kilometer Radweg neben einer Hauptstraße. Es geht erst durch Wald, hauptsächlich Plantagen mit verschiedenen Baumarten, und dann vorbei an Feldern mit verschiedenen Feldfrüchten.




Es geht durch kleine Dänische Dörfer mit schönen Häusern und ab und zu auch Kunst.


Ab und zu ging es auch über Schotterwege – kein feiner Gravel, sonder richtig anstrengend, grober Kies. Auf einem dieser Wege kam dann auch der Wind noch von vorne, da sind wir wohl ein Stück nach Süden gefahren. Muss wohl, denn dann waren wir auf einmal wieder in Deutschland.

Zum Mittagessen machen wir Stop in Tønder, ein wirklich schöner Ort mit Reizender Fußgängerzone.


Nach Tønder sind wir ein Stück auf dem Panoramaweg gefahren. Das Panorama haben wir den ganzen Weg gesucht, aber nicht gefunden. Hinter Hoyer haben wir zum ersten Mal das Schild vom Eurovelo 1 gesehen und wussten: gleich sind wir an der Nordsee.


Erst wieder ein langes Stück Schotterstraße, dann Hauptstraße ohne Radweg, so richtig gut hat sich der EV1 bei uns nicht. Das letzte Stück bis zum Shelter verlief dann aber hinter dem Deich. Wir haben die ersten Deicharbeiter mit ihren Jungtieren gesehen. Die Lämmer sind schon ganz schön groß und die Alten haben angefangen ihr Winterfell zu verlieren.
Der Shelter war besetzt – Mist! Ein Plan B musste her. Der nächste Shelter ist Acht KM entfernt. Der nächste Campingplatz auf Google Maps nur Sechs und er liegt fast auf dem Weg. Also Campingplatz… Drei von den Sechs KM müssen wir gegen den aufgefrischten Wind ankämpfen um dann zu erfahren, dass der Campingplatz nur für Wohnmobile ist. Es gibt auch „Glamping-Zelte“ für 135€ die Nacht – da schlafe ich lieber an der Bushaltestelle. Also ein Plan C, für den Shelter ist es inzwischen wohl auch zu Spät. Sabine hat noch einen Campingplatz gefunden – nochmal ein paar Kilometer weiter, ein paar davon gegen den Wind und der Rest bergauf.

Jetzt liegen wir geduscht und satt im Zelt. Sabine schnarcht schon leise neben mir und wenn ich gleich auf Veröffentlichen geklickt habe, mache ich auch die Augen zu.
Und jetzt wisst ihr wie aus geplanten 70 KM dann 99 KM wurden…
