Tag 20 – Von Hamar nach Lillehammer

Heute morgen waren wir früh unterwegs. Sabine hat mal wieder versucht unseren Shelter zu zersägen und ich konnte dann um kurz vor 6 Uhr nicht mehr schlafen. Um 8:30 Uhr waren wir an der Bäckerei in Hamar, nur um festzustellen, dass sie erst um 9 Uhr aufmachen. Zum Glück gab es in der Nähe eine öffentliche Toilette, so konnten wir die Zeit gut nutzen.

Nach 13 km beginnt der erste Anstieg des Tages. Da wir immer noch auf dem Pilgerweg unterwegs sind, finden sich am Weg immer wieder solche privat zur Verfügung gestellten Rastplätze:

Rastplatz für Pilger
Bergauf ist anstrengend…
…aber der Ausblick ist toll!

Nach dem Berg haben wir uns unsere 20 km Pause redlich verdient. In Brumunddal steuern wir ein Café an und stellen fest, dass wir Eulen nach Athen getragen haben. Die Bäckerei bei der wir uns heute morgen mit Kanelbollen versorgt haben gehört zur gleichen Kette, bei der wir uns für die Pause einen leckeren und vor allem sehr heißen Cafe -Latte gegönnt haben. Wenn wir das gewusst hätten…

Ein paar Kilometer nach Brumunddal geht es gleich in den nächsten Anstieg. Dieses Mal etwas länger und an manchen Stellen auch etwas steiler. Frisch gestärkt und warm gefahren schaffen wir auch diesen Berg.

Ringsaker-Kirche

Wir kommen bis Moelv, dann erreicht uns der angekündigte Regen. Zum Glück wird es nicht so viel wie befürchtet und wir können uns noch zu einer Tankstelle retten um uns unter zu stellen. Da es kurz nach 12 Uhr ist, machen wir an der Tanke gleich unsere Mittagspause.

Da kommt der Regen
Bald vorbei.

Nach der Tankstellenromantik geht es weiter. An einer Abzweigung sehen wir, dass der Radweg #7 und unsere geplante Strecke nicht übereinstimmen. Wir beratschlagen und entscheiden uns, dem Radweg #7 weiter zu folgen. Wir denken, dass wir so ein paar Höhenmeter sparen können. Über die Brücke der E6 führt auch der Radweg auf die andere Seite. Dieser ist breit und gut von der Fahrbahn abgetrennt. Trotzdem habe ich ein mulmiges Gefühl. Es ist laut und wenn ein großer LKW vorbei fährt, dann bekommt man einen kräftigen Luftzug ab.

E6 – Der Radweg ist an der Seite

Ein paar Anstiege dürfen wir auch auf dieser Seite des Sees bewältigen. Dafür ist die Aussicht von oben immer wieder grandios.

Lillehammer ist noch nicht in Sicht
Lillehammer – rechts die Sprungschanze

10 km vor dem Ziel gibt es an der E6 eine große Baustelle und der Radweg und die Straße auf der Google uns zum nächsten Supermarkt leiten will ist weg. Wir folgen zunächst der Umleitung für die Autos, stellen aber schnell fest, dass das keine Gute Idee ist. Es geht nämlich vom See weg und in Serpentinen nach Oben. Die Open Street Map Latte zeigt einen Weg der etwas weiter oben an der Höhenlinie entlang führt. Den wollen wir versuchen. Oben angekommen treffen wir auf einen Mann der gerade einen Tisch repariert. Er bestätigt uns, dass es den Weg gibt und führt uns sogar zu seinem vermeintlichen Anfang. Der Weg ist der Pilgerweg, allerdings stark zugewachsen und garantiert kein Weg für Bikepacker, Gravel Bike hin oder her. Auf dem Bild kann man den Weg maximal erahnen.

Also zurück zum Mann mit dem Tisch. Er erklärt uns, dass es für Fußgänger und Radfahrer am See entlang einen Weg geben würde, der die Baustelle umfährt. Leider war der unten nicht ausgeschildert, sonst hätten wir ihn direkt genommen…

Also wieder runter an den See und den Weg suchen. Der Weg ist Geschottert und führt in lustigem Auf und Ab am Seeufer entlang. Nach ein paar Kilometern wechselt der Radweg auf die See abgewandte Seite und wir kommen an diesem Schild vorbei:

Nach einem kurzen Einkauf in einem Kiwi geht es über die Fußgänger- und Fahrradbrücke wieder zurück auf die andere Seite des Sees. Nun ist der Campingplatz nicht mehr weit. Ich freue mich schon auf eine warme Dusche…

2 thoughts on “Tag 20 – Von Hamar nach Lillehammer

  1. Was für eine spannende Reise! Bin eben erst dazu gekommen mal reinzuschauen. Passt gut auf Euch auf!!! Hier tobt die Hitzewelle, habt Ihr es auch warm? Grüße aus dem 35-Grad-heißen Fischbach von Simone und Robin

    1. Die letzten beiden Tage waren auch warm – aber mehr weil es sonnig war. Der Wind ist noch kalt und die leichte Windjacke war notwendig. Heute Nacht war es dann richtig frisch im Zelt – zapfig, wie der Bayer wohl sagen würde. Warme, lange Wollhose, langes wollen es Shirt, darüber die Daunenjacke und unter der Kapuze noch eine Mütze. So in den Schlafsack gekuschelt ging es dann…
      Heute ist Waschtag und und Beine-Ausruh-Tag.

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