Tag 21 – Lillehammer nach Heimtun Camping Frya

Als wir morgens aus dem Zelt krabbeln, sitzt die holländische Pilgerin schon auf der Bank und kocht sich einen Tee. Sie ist mit Hund unterwegs nach Trondheim. Ihr Zelt hatte sie schon abgebaut und alle ihre Sachen lagen auf einem Haufen versammelt. Wir setzen uns zu ihr und nach einer Weile gesellt sich auch die Pilgerin Antonia dazu, die mit dem Rad von Trondheim aus den gesamten Camino bis Santiago de Compostela entlang des Eurovelo 3 fahren möchte. Sie ist Pfarrerin in der Schweiz und schreibt einen sehr schönen Blog: https://antoniaunterwegs.wordpress.com/

Die Niederländerin macht sich als erste auf den Weg. Auch ihr Hund muss einen kleinen Rucksack tragen. Wir werden sie nach ca. 7 Kilometern wieder treffen. Auch Antonia ist schneller fertig mit Packen und so sind wir Mal wieder die letzten, die die Zeltwiese verlassen.

Da der Campingplatz in Lillehammer am See liegt, geht es gleich morgens mit einer Steigung los.

Dass der Ort schon zweimal Austragungsort der Olympischen Winterspiele war sieht man nicht auf den ersten Blick. Die Sportstätten liegen wahrscheinlich außerhalb. Im Ort kommen wir am Pfannkuchen-Haus vorbei:

Da wir schon auf dem Campingplatz ausgiebig gefrühstückt haben, fahren wir vorbei.

Es geht weiter in die Berge. Heute profitieren wir von den Bauarbeiten an der E6. Ein ganzer Abschnitt der alten E6 ist für den Verkehr gesperrt – ausgenommen sind Radfahrer. Ein paar Kilometer haben wir die Straße für uns. Dann werden wir von einem Linienbus überholt. Das Wunder erklärt sich schließlich mit einer elektronischen Schranke.

Wir kommen an einem ersten Wasserfall vorbei…

…und sehen das erste Wasserkraftwerk.

In Hafjell machen wir unsere 20km Pause. Der Ort liegt etwas höher als Lillehammer und war offensichtlich Austragungsort von einigen Ski Wettkämpfen – die Schilder mit den Olympischen Ringen sind ein deutlicher Hinweis.

Wir vertilgen gerade unser Knäckebrot mit Brunost, da hält ein Auto neben uns und fragt uns etwas auf Norwegisch. Mein „Jeg snakker ikke Norsk“ führt zur Wiederholung der Frage in perfektem Englisch. Es wird eine Luftpumpe benötigt, auch wenn mir erst nicht klar ist wofür, denn am Auto sind keine Fahrräder zu sehen. Das Auto parkt, ich Schaller meine Pumpe ab und als ich damit beim Auto bin erklärt sich der Bedarf: die Räder vom Kinderwagen sind platt. Zum Glück hat meine Pumpe auch eine Seite für Autoventile und so sind beide Räder nach ein paar Minuten wieder Einsatzbereit. Der Familien-Ausflug ist gerettet und ich habe die Luftpumpe nicht ohne Grund mit mir rumgefahren.

Heute mit Sonnenshirt

Nachdem wir die Flussseite gewechselt haben, wird es welliger. Wir kommen an vielen Höfen vorbei und an einem steht dieses lustige alte Häuschen:

Bei Fåvang geht es wieder zurück auf die andere Flussseite. An einem Supermarkt der zum Glück auch Sonntags geöffnet hat, machen wir eine Pause. Nach einiger Zeit kommen Jörg und Greta dazu. Vater und Tochter hatten wir schon auf dem Weg nach Oslo getroffen. Die beiden wollen auch zum Nordkap.

Der Radweg #7 führt ab Fåvang steil und weit nach oben. Ich habe deshalb eine alternative Route ausgearbeitet. Diese führt weniger weit nach oben, dafür aber teilweise über den Pilgerweg. Greta und Jörg schließen sich uns an, auch sie haben keine Lust auf so viele Höhenmeter. Ich glaube sie haben es später bereut.

Der Pilgerweg führt zu Beginn gleich auf einem schmalen, sehr steilen Weg nach oben. Wir müssen schieben, Jörg und Greta haben noch leichtere Gänge und versuchen noch zu fahren. Die nächsten Kilometer sind mehr Hike als Bike, zum Teil ist es so steil, dass wir die Räder zu zweit schieben müssen. Auch wenn es runter geht ist der Weg meist zu steil und für uns unfahrbar. Daher wird auch berab oft geschoben.

Der Pilgerweg

Nachdem wir endlich den höchsten Punkt erreicht haben finden wir diesen Punkt mitten im Wald:

Abgeschlagener Kopf
Laute Glocken

Ich hätte ja lieber einen Elch gesehen, aber hier wird unser Weg von einer Herde Ziegen blockiert. Ich pfeife und die Ziegen sammeln sich und so kann ich vorbei fahren. Dann stelle ich mich so, dass ich Sabine fotografieren kann und alle Ziegen laufen wieder auf den Weg und blockieren ihn.

Wiener Schnitzel
Stabkirche von Ringebu

An der Stabkirche von Ringebu machen wir eine kurze Pause und beratschlagen wie wir weiter fahren. Der Radweg würde weiter am Berghang entlang führen, an der E6 im Tal gibt es aber einen Radweg und so ist die Entscheidung schnell gefallen: es geht runter zum Radweg entlang der E6. Ab Ringebu gibt es dann keinen Radweg mehr neben der E6. Sabine und ich schieben den Berg hoch und folgen dem Radweg. Jörg und seine Tochter fahren über die E6. Am Campingplatz treffen wir die beiden wieder, viel schneller als wir waren sie auch nicht und Jörg sagte dann, dass es kein Spaß war an der E6 zu fahren.

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