
Heute müssen wir leider weiter, darum klingelt um 7 Uhr der Wecker. Wir haben gestern Abend noch einmal den Wetterbericht gecheckt und schon unsere Regenkleidung für heute rausgelegt. Auch wenn wir gar keine Lust haben, ziehen wir jetzt wieder alles an – inklusive Beinlinge, denn heute soll es nicht über 10°C werden. Die Taschen hatten wir am Abend auch noch soweit wie möglich gepackt. So sind wir schnell fertig und tragen unsere Taschen nach unten. Da wir nicht alle Taschen auf einmal tragen können müssen wir noch einmal die Treppe hoch, und das obwohl die Waden immer noch etwas weh tun von der Vega Treppe.
Alle Taschen sind am Rad und es ist kurz vor 8 Uhr, neuer Rekord! Auch die Niederländer Jan und Marit sind bereit und wir verabschieden uns noch einmal von den beiden. Vielleicht treffen wir sie auf dem Weg zum Nordkap ja noch einmal. Wer weiß das schon. Die beiden radeln los und für uns geht’s zum Frühstück.
Nach einem ausgiebigen Frühstück machen wir uns auch auf den Weg. Wir wollen ja noch zum Museum und in den Supermarkt bevor es zur Fähre nach Tjøtta geht. Auf dem Weg zum Museum regnet es zwar wenig, dafür aber beständig. Als wir nach ca. 10 km ankommen sind wir froh wieder ins warme zu kommen. Das Museum ist zwar klein, aber schön gemacht und wir bekommen einen guten Überblick über das Leben auf den Inseln vom 18. und 19. Jahrhundert bis heute. Die Frauen haben auf Vega und den vielen kleinen Inseln kleine Hütten für die Eiderenten gebaut, die hierher zum brüten kommen. Und sie haben auch aufgepasst, dass die natürlichen Feinde die Enten in Ruhe lassen. Die Enten haben dafür in den Nestern ihre Daunen zurück gelassen. Diese Daunen gelten als die besten der Welt. Sie sind besonders leicht und wärmend.




Nach dem Museumsbesuch kehren wir noch in das angeschlossene Café ein. Dort gibt es frisch aufgebackene Kanel-Snurer und einen sehr guten Flat-White.

Nach dem Museum geht es in den Supermarkt, der zum Glück auch am Sonntag geöffnet hat. Das ist nicht bei allen Supermärkten in Norwegen der Fall. Wir decken uns schon für das Abendessen ein, es gibt nämlich nur noch einen weiteren Supermarkt auf unserer Route.
Auf dem Weg zur Fähre kommt uns Harmtine aus Holland auf ihrem Riese&Müller E-Bike entgegen. Wir hatten sie auf der ersten Etappe nach Trondheim kennen gelernt, und sogar in den folgenden beiden Nächten jeweils auf dem selben Campingplatz geschlafen. Allerdings hatten wir nicht viel mit ihr gesprochen. Dieses Mal quatschen wir und tauschen uns über unsere Routen für die nächsten Tage aus. dann tauschen wir auch die Nummern, damit wir in Kontakt bleiben können. Harmtine fährt weiter zum Museum von dem wir gerade kommen. Sie hat in einem B&B ein Zimmer gebucht und bleibt eine Nacht auf Vega. Für uns geht es weiter zum Fährhafen in den beheizten Warteraum.
Die Fährfahrt dauert eine Stunde und wir nutzen die Zeit zum Essen. Knäckebrot mit Käse, eine Tafel Ritter Sport Schokolade und ein paar Schokokekse. In Tjøtta angekommen gehen wir schnell noch in den dortigen Supermarkt. Denn leider haben wir auf Vega nicht alles bekommen. Der Supermarkt hat zwar Sonntags geöffnet, aber es gibt hier kein Personal. Leider bekommen wir auch hier nicht die gewünschten Zutaten für unser Abendessen.

Dann geht es weiter durch den Regen zu unseren Campingplatz. Auf dem Weg habe ich heute aus Gründen nicht viele Fotos gemacht…






Wir kommen völlig durchnässt auf dem Campingplatz an und werden in der Rezeption mit der Frage begrüßt, ob wir im Sommerurlaub sind. Genau unser Humor! Wir fragen im Gegenzug ob noch eine Hütte frei ist für eine Nacht. Das Glück ist mit den tüchtigen und die Hütte ist perfekt für uns. Es gibt eine kleine Kochecke mit Töpfen, Teller und Besteck und die Hütte hat eine Heizung! Außerdem stehen zwei Stockbetten und ein Tisch mit zwei Stühlen im Raum. Damit ist die Hütte ziemlich voll und wir müssen den Tisch immer ein bisschen verschieben je nachdem was wir gerade machen wollen.
Nachdem wir uns aus den nassen Klamotten geschält haben und jeder eine ausgiebige warme Dusche genossen hat, kochen wir unser Abendessen. Heute gibt es Reis mit Fleischbällchen in brauner Soße. Nicht unser bestes Rezept, aber auch nicht ungenießbar.