Tag 40 – Von Lofoten Fjordcamp nach Kabelvag

Unser Campingplatz

Die Nacht war ganz o.k. Ich habe versucht auf der Isomatte zu bleiben und kalt war es auch nicht. Die Matte isoliert tatsächlich sehr gut. Natürlich sind noch alle Klamotten nass. Ich hole mir trockene Strümpfe und eine trockene Unterhose und versuche dabei möglichst wenig den Zeltboden zu berühren. Weder das Footprint, noch der Boden vom Innenzelt sind wirklich wasserdicht, aber einem gewissen Druck kommt das Wasser eben doch durch. Die restlichen Klamotten ziehe ich an wie sie sind und nach 10-15 Minuten ist es erträglich…

Da wir nicht viel ausgepackt haben ist auch alles schnell wieder verpackt. Das Zelt packen wir so ein wie es ist. Zum Glück müssen wir es heute Abend nicht wieder aufstellen. Wir haben nämlich gestern Abend zusammen mit Zoé und ihrem Vater Denis ein AirBnB in Kabelvag gebucht. Zoé haben wir an unseren zweiten Abend in Norwegen auf dem Campingplatz kennen gelernt. Sie war damals noch alleine unterwegs. Ihren Vater hat sie in Bergen getroffen und sie sind dann zusammen die Küste nach Norden gefahren. Da wir ihr auf Instagram gefolgt sind und locker Kontakt gehalten haben, wussten wir, dass sie an dem Tag, an dem wir auf den  Lofoten ankommen noch auf den Reinbringen steigen wollen. Wir haben sie dann zufällig auf der Straße bei Reine getroffen. Wir haben uns kurz ausgetauscht und schnell festgestellt, dass wir an dem Tag auf dem selben Campingplatz (Lofoten Beach Camp) sein werden. Abends haben wir Zoé dann noch einmal kurz in der Bar getroffen. Am Shuttle durch den Tunnel haben wir sie dann wieder getroffen und auch am gestrigen Abend waren wir auf dem selben Campingplatz. Am Abend haben wir beim Essen zusammen gesessen und das AirBnB gebucht.

Nach dem Frühstück fahren wir zu viert los. Am Anfang ist es nur leichter Nieselregen, später entwickelt sich ein richtiger Landregen, der bis heute Abend anhält.

Als wir an die erste von zwei Brücken kommen, sind uns die Franzosen schon weit vorraus. Für Sabine ist die Steigung zu stark und der Seitenwind trägt sein übriges dazu bei, dass sie schieben muss. Allerdings gibt es keinen Bürgersteig und die Autos, Caravans, LKWs und Busse fahren sehr eng an ihr vorbei. Als sie es endlich auf die andere Seite geschafft hat, ist sie verständlicherweise völlig fertig mit den Nerven. Nach ein paar Minuten hat Sabine sich zum Glück so weit erholt, dass es weiter gehen kann. Es hilft ja auch nichts, wir müssen weiter, es liegen noch ein paar Kilometer vor uns bis zum AirBnB.

An der zweiten, noch höheren, noch längeren Brücke gibt es zum Glück ein Trottoir. Bei 12m/s Seitenwind schieben wir über die Brücke. Fahren hätte ich bei dem Wind und der Steigung auch nicht können. Auf der anderen Seite wartet unten schon eine Bikepackerin um die Brücke in die andere Richtung zu überqueren.

Die E10 ist leider die Hauptverkehrsachse auf den Lofoten. Und genau wie an der Helgelands-Küste geht die Straße hier immer schön auf und ab – und das „Auf“ ist manchmal ganz schön anstrengend. Ich versuche Sabine so gut es geht Windschatten zu geben, aber an den Steigungen muss sie oft abreißen lassen. Oben warte ich bis sie wieder heran gekommen ist. So spulen wir Kilometer um Kilometer ab, bis wir schließen an den Abzweig zum gebuchten AirBnB kommen. Sabine fährt direkt hin, ich treffe mich mit den Franzosen noch am ca. 2km entfernten Supermarkt zum Einkaufen für das gemeinsame Abendessen.

Während ich diese Zeilen schreibe regnet es draußen immer noch und man hat das Gefühl, dass es gar nicht mehr aufhören möchte. Für morgen hat der Wetterbericht aber besseres Wetter vorher gesagt. Mal sehen, wie gut die Vorhersage ist. Immerhin konnten wir die nassen Sachen waschen und trocknen und auch das Zelt sollte morgen früh trocken sein. Als ich es vorhin geprüft hatte war es auf einem guten Weg.

5 thoughts on “Tag 40 – Von Lofoten Fjordcamp nach Kabelvag

  1. Spannend zu lesen, für uns bei wieder mal nur Sonne und 30 Grad unvorstellbar. Hoffentlich habt ihr bald ordentlich Rückenwind. Gute Fahrt 🚴🚴🏼‍♀️

  2. Ich würde euch gerne aufmuntern, ich habe großen Respekt dass ihr und vor allem Sabine weiter fahrt, Andreas hätte sich nicht getraut mich alleine fahren zu lassen, das hätte zur Scheidung geführt. 😄
    Ich wünsche euch Sonne und eine sichere Strecke, passt auf euch auf. Liebe Grüße ich denke an euch Jutta☀️

  3. Das ist ja jetzt schon eine Weile her, aber das hört sich richtig hart an. Respekt, dass ihr so gut es geht die Nerven behaltet.
    Hoffentlich ist es seitdem etwas besser.

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